15. September 2026
ERP und CRM sind Wörter aus der Industrie, aber die Frage dahinter stellt sich jedem Betrieb im Elektrohandwerk ab drei Monteuren: Wo liegen Kunde, Objekt, Anlage, Auftrag, Rapport und Rechnung — und warum in fünf Systemen? Was ein ERP für Elektriker können muss, was ein CRM für einen Betrieb bedeutet und woran ein generisches System scheitert.
Ein ERP für Elektriker — auch Elektro-ERP oder ERP für das Elektrohandwerk genannt — ist ein System, in dem Kunde, Objekt, Anlage, Auftrag, Rapport, Material, Stunden, Offerte und Rechnung einmal erfasst und bis zur Buchhaltung weiterverwendet werden. Ein CRM ist der Teil davon, der die Kundenbeziehung führt: wer der Kunde ist, welche Objekte und Anlagen er hat, was mit ihm vereinbart wurde und wann er das nächste Mal etwas braucht. Für einen Elektrobetrieb sind das keine zwei Systeme, sondern zwei Blickwinkel auf dieselben Daten — und ein ERP, das die Elektrobranche nicht kennt, fehlt genau dort, wo der Betrieb sein Geld verdient: beim Rapport, beim Nachweis und beim Nachtrag. Im Elektrohandwerk heisst das System selten so; gesucht wird trotzdem nach ERP, weil die Frage dieselbe bleibt, unabhängig vom Namen des Anbieters.
Ein ERP (Enterprise Resource Planning) ist eine Software, die die Geschäftsprozesse eines Betriebs in einem System zusammenführt: Aufträge, Personal, Material, Rechnungen und Buchhaltung greifen auf dieselben Daten zu, statt dass jede Abteilung ihre eigene Liste führt.
Das Wort kommt aus der Industrie, und dort meint es Produktionsplanung, Lagerbewirtschaftung und Stücklisten. Ein Elektrobetrieb mit acht Leuten hat davon nichts. Was er hat, ist dieselbe Frage in kleiner: Die Anfrage kommt per Mail, die Offerte entsteht in Excel, der Auftrag steht auf einem Zettel im Bus, der Rapport ist ein Foto, die Stunden landen am Freitag in einer Tabelle, das Material auf dem Lieferschein des Grossisten, und die Rechnung schreibt das Büro aus dem Kopf. Fünf Orte für eine Information — und der Fehler passiert beim Abschreiben zwischen zwei davon.
Ein ERP für Elektriker ist deshalb weniger eine Frage der Grösse als eine der Kette: Wird das, was der Monteur auf der Baustelle erfasst, ohne Abschreiben zur Rechnung? Wenn ja, ist es ein ERP, egal wie es heisst. Wenn nein, ist es eine Sammlung von Werkzeugen, egal wie es heisst.
Das Elektrohandwerk installiert, prüft und unterhält Anlagen bei Kunden; der Elektrohandel verkauft Elektromaterial — Kabel, Verteilmaterial, Leuchten, Geräte. Wer «ERP Elektro» sucht, meint das eine oder das andere, und die beiden Betriebe brauchen verschiedene Systeme:
Dieser Beitrag beschreibt das zweite: das ERP für Betriebe, die Anlagen installieren, kontrollieren und unterhalten.
Ein CRM (Customer Relationship Management) ist der Teil einer Betriebssoftware, der die Beziehung zum Kunden führt: Kontaktdaten, Ansprechpersonen, Verlauf der Aufträge, offene Offerten, Vereinbarungen — alles, was der Betrieb über einen Kunden weiss, an einem Ort.
Für einen Verkaufsbetrieb ist das CRM eine Liste von Menschen mit Wahrscheinlichkeiten. Für einen Elektrobetrieb ist der Kunde nur der Anfang, denn die Arbeit findet nicht beim Kunden statt, sondern am Objekt und an der Anlage. Ein Eigentümer hat drei Liegenschaften, eine Verwaltung betreut vierzig, eine Anlage wechselt mit der Liegenschaft den Eigentümer. Ein CRM, das nur den Kunden kennt, weiss deshalb nicht:
Das CRM für Elektriker ist also Kunde, Objekt und Anlage als drei verschiedene Dinge, die aufeinander verweisen. Der wertvollste Eintrag darin ist nicht der Kunde, sondern die Anlage mit ihrer Kontrollperiode: Sie ist die einzige Stelle, an der ein Betrieb weiss, welche Aufträge ihm in drei Jahren zustehen, wenn er sich rechtzeitig meldet. Wie lang die Periode je Nutzungsart ist, zeigt der Rechner für Kontrollperioden; was passiert, wenn sie verpasst wird, steht im Beitrag «Die Frist für den Sicherheitsnachweis ist abgelaufen».
Ein Betriebssystem für «das Handwerk» oder für «KMU allgemein» kann Kunde, Auftrag, Stunden und Rechnung. Was es nicht kann, ist das, was einen Elektrobetrieb vom Sanitär oder vom Schreiner unterscheidet. Vier Stellen, an denen das Geld liegt:
Diese vier Punkte sind ausführlicher im Beitrag «Handwerkersoftware für den Elektrobetrieb» beschrieben; hier genügt der Befund: Ein ERP wird nicht dadurch zum ERP für Elektriker, dass man «Elektro» in den Firmennamen des Mandanten schreibt.
Zwei Dinge hat ein Betrieb in der Regel schon, und beide sollte ein ERP anbinden statt ersetzen.
Die Buchhaltung. Der Treuhänder arbeitet mit einem bestimmten Buchhaltungsprogramm, und das wechselt man nicht, weil die Betriebssoftware neu ist. Ein ERP für Elektriker übergibt Rechnungen, Zahlungen und Belege an diese Buchhaltung, statt selbst eine zu sein, die der Treuhänder nicht lesen will. Welche Anbindungen elektro.box heute hat, steht auf der Seite Integrationen.
Die Kataloge der Grossisten. Materialpreise leben beim Grossisten, nicht in der Betriebssoftware. Ein ERP, das eigene Artikelstämme pflegen lässt, macht das Büro zum Preisabschreiber. Es sollte die Kataloge lesen und den Lieferschein zum Auftrag holen.
Der Umkehrschluss gilt auch: Was der Betrieb nicht hat — ein CRM mit Objekten und Anlagen, einen Rapport mit Messwerten, eine Regie-Kette — sollte im ERP liegen und nicht in einem sechsten Werkzeug daneben.
Bevor ein Betrieb ein System einführt, lohnen sich sieben Fragen an den Anbieter — oder an das eigene Excel:
Wer sieben Mal Ja sagen kann, hat ein ERP und ein CRM für Elektriker, wie auch immer es auf der Rechnung des Anbieters heisst. Was elektro.box davon heute abdeckt, steht auf der Seite Funktionen.
Braucht ein kleiner Elektrobetrieb überhaupt ein ERP? Ab dem Punkt, an dem eine Information an zwei Orten gepflegt wird — Stunden im Rapport und nochmals in der Lohnliste, Material auf dem Lieferschein und nochmals in der Rechnung —, ja. Nicht wegen der Grösse, sondern wegen des Abschreibens: Jeder zweite Ort ist eine Fehlerquelle und eine Stunde pro Woche.
Was ist der Unterschied zwischen ERP und CRM für einen Elektriker? Das CRM führt Kunde, Objekt und Anlage samt Verlauf und Fristen; das ERP führt den Auftrag von der Offerte bis zur Rechnung. Im Elektrobetrieb sind es dieselben Daten aus zwei Richtungen — ein CRM ohne Anlage ist für einen Elektriker unvollständig, ein ERP ohne Rapport mit Messwerten ebenso.
Ist ein ERP für das Elektrohandwerk dasselbe wie eines für den Elektrohandel? Nein. Der Elektrohandel verkauft Material und braucht eine Warenwirtschaft mit Artikelstamm, Lager und Einkauf; das Elektrohandwerk verkauft Arbeit und braucht Kunde, Objekt, Anlage, Rapport und Rechnung in einer Kette. Beide heissen in der Suche «ERP Elektro», meinen aber verschiedene Systeme.
Ersetzt ein ERP für Elektriker die Buchhaltung? Es sollte sie nicht ersetzen, sondern beliefern. Der Treuhänder arbeitet mit seinem Programm; das ERP übergibt Rechnungen, Zahlungen und Belege dorthin. Ein ERP mit eigener Buchhaltung, die der Treuhänder nicht liest, verdoppelt die Arbeit, statt sie zu halbieren.
Woran erkennt man, dass ein ERP nicht für Elektriker gebaut ist? An drei Fehlstellen: Es kennt keine Anlage mit Kontrollperiode, sein Rapport hat kein Feld für Messwerte je Stromkreis, und seine Offerte kennt keine NPK-Gliederung. Alles andere — Kunden, Stunden, Rechnungen — kann jedes System.
Dieser Beitrag beschreibt, was ein Elektrobetrieb von einer Betriebssoftware verlangen sollte, und macht keine Aussage darüber, was andere Anbieter können oder nicht. Die Produktangaben zu elektro.box stammen aus der Dokumentation auf Funktionen und Integrationen, Stand 15. September 2026.
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