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4. September 2026

NPK Kalkulation für den Elektrobetrieb: wie aus einer Position ein Preis wird

«NPK-Unterstützung» steht auf vielen Anbieterseiten und meint selten dasselbe. Was der Katalog tatsächlich vorgibt — eine Gliederung und Richtwerte —, und wo der eigene Kalkulationsschritt erst beginnt.


Eine Ausschreibung kommt gegliedert nach NPK, und die Offerte soll in derselben Ordnung antworten. So weit ist der Katalog eindeutig. Was er nicht vorgibt, ist der Preis dahinter — und genau an diesem Punkt trennt sich, was eine Anbieterseite unter «NPK-Kalkulation» versteht, von dem, was ein Elektrobetrieb damit tatsächlich rechnet.

Zwei Herausgeber, eine Zahl

Der Normpositionen-Katalog wird von der CRB — der Schweizerischen Zentralstelle für Baurationalisierung — für das gesamte Bauwesen herausgegeben: Hochbau, Tiefbau, Gebäudetechnik. Rund 200 Kapitel insgesamt, gegliedert in zehn Kapitelgruppen von 000 bis 900. Für die Elektrobranche liegt die einschlägige Gruppe bei 500 «Elektroanlagen», und dort führt der Berufsverband EIT.swiss die branchenspezifischen Produkte: den NPK als Ordner-Set, als kompaktes A5-Handbuch für die Baustelle und als eBook, dazu die Kalkulationshilfen, die zum Katalog gehören. Rund 14'000 Leistungspositionen stehen laut EIT.swiss allein für die Elektroinstallation zur Verfügung.

Das erklärt, weshalb «NPK-Unterstützung» in einer Software drei verschiedene Dinge heissen kann: den vollen Katalog mit eigener Lizenz einlesen, nur die Gliederung einer konkreten Ausschreibung übernehmen, oder eine eigene Kalkulationsposition mit Materialfaktor hinterlegen. Der Beitrag zur Handwerkersoftware zieht diese Linie aus Sicht der Software; hier geht es um das, was dahinter steht.

Was in Kapitelgruppe 500 steht

Die Kapitel sind nach Bauteilen geordnet, nicht nach Gewerken innerhalb der Elektroinstallation:

  • 510 Allgemeine Bestimmungen, Leitungsführung
  • 520 Leiter
  • 530 Schaltgerätekombinationen — darunter 531 Hausanschluss-, Verteil- und Abzweigkästen
  • 540 Apparate für Starkstrom — darunter 542 Befehlsapparate und Steckdosen, 543 Schalt-, Steuer- und Schutzapparate
  • 550 Apparate für Schwachstrom — darunter 551 Telekommunikation, 552 Gebäudekommunikation und Sicherheit
  • 560 Gebäudeautomation
  • 570 Energieerzeuger und Energieverbraucher
  • 580 Installationsteile

Eine Offerte, die in dieser Gliederung antwortet, ist für den Planer oder Bauherrn ohne Umweg mit der Ausschreibung vergleichbar. Eine Offerte in einer eigenen Ordnung — und sei sie inhaltlich vollständig — macht ihm die Arbeit, die der Katalog eigentlich abnehmen soll.

Der Katalog liefert die Position, nicht den Preis

Eine NPK-Position beschreibt eine Leistung mit einem standardisierten Wortlaut und einer Richtzeit — wie lange die Position im Durchschnitt dauert. Was sie nicht enthält, ist ein fertiger Frankenbetrag: Lohnansatz, Materialpreis und Zuschläge sind je nach Betrieb verschieden, und dafür stellt EIT.swiss eine eigene Preisbasis-Berechnung bereit — eine detaillierte Tabelle nach vier Installationsarten und zwei Materialkategorien sowie eine vereinfachte Fassung für kleinere Betriebe. Aus dieser betriebseigenen Preisbasis multipliziert mit den Richtzeiten der gewählten Positionen entsteht der sogenannte Sollerlös, den EIT.swiss jährlich per Januar an die Teuerung anpasst.

Wer diesen Schritt selbst rechnen will, kann es von Hand tun. In der Praxis läuft er über eines der von EIT.swiss zertifizierten Kalkulationsprogramme — unter anderem AbaBau und VOLTA gehören dazu —, die den Katalog direkt einlesen und die Preisbasis automatisch auf jede gewählte Position anwenden. Die Datenlizenz für den Katalog selbst ist dabei separat von der Software zu erwerben; ein Programm, das NPK-Unterstützung bewirbt, muss die Positionen also nicht zwingend mitliefern.

2024: der Katalog holt die Wallbox nach

Der NPK wird jährlich überarbeitet, weil sich Produkte und Arbeitsmethoden in der Elektrobranche laufend ändern. Die Ausgabe 2024 zeigt das an einer Stelle, die viele Betriebe gerade in der Praxis spüren: Kapitel 511 erhielt neue Verwaltungstexte für Anschlussgesuche und den ZEV, und die Kapitel 531 und 543 wurden für Ladestationen und Lastmanager mit bis zu 20 Ladepunkten sowie OCPP-fähige Systeme erweitert. Wer eine Wallbox offeriert, findet die Position jetzt im Katalog, statt sie sich selbst zusammenzustellen — was die Meldepflicht und die Zustimmung, die eine Wallbox sonst noch braucht, nicht ersetzt. Dazu die Beiträge «Wallbox im Stockwerkeigentum» und «Wallbox in der Mietwohnung».

Was das für die Offerte heisst

Die Gliederung entscheidet, ob eine Offerte im Vergleich lesbar ist; die Preisbasis entscheidet, ob sie kostendeckend ist. Beides steht im Katalog, aber nur die Gliederung ist für jeden Betrieb gleich — die Preisbasis ist betriebseigen und bleibt es auch mit der besten Software. Eine Checkliste, was das für die Wahl der Software bedeutet, steht im Beitrag «Handwerkersoftware für den Elektrobetrieb».


Quellen: CRB — Schweizerische Zentralstelle für Baurationalisierung, crb.ch, Seiten «Normpositionen-Katalog NPK» und «NPK-Kapitelgruppen, -untergruppen und -Kapitel», abgerufen am 4. September 2026. EIT.swiss, eit.swiss, Seiten «NPK — Der Normpositionen-Katalog», «Arbeitshilfen — NPK» und «Der NPK 2024», abgerufen am 4. September 2026. Dieser Beitrag beschreibt den Aufbau des Katalogs und seiner Kalkulationshilfen, nicht die Preise oder Richtzeiten einzelner Positionen — diese ändern sich mit jeder Ausgabe und sind nur über die lizenzierte Quelle verbindlich.

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